Anlässlich des „Tages der Frau“ im März lädt die Gemeinde zu einer besonderen literarisch-musikalischen Veranstaltung ins Migazzi Haus ein. Im Mittelpunkt steht die russische Komponistin Olga Smirnitskaja, eine der ersten Frauen ihres Fachs, deren künstlerischer Weg im Russland des 19. Jahrhunderts bemerkenswert war.
Der Musikwissenschaftler Dr. Thomas Aigner, ehemaliger Leiter der Musiksammlung der Wienbibliothek, erzählt von seiner außergewöhnlichen
Entdeckung: 1993 fand er eine Abschrift von 100 verschollen geglaubten Liebesbriefen, die Johann Strauss Sohn an Olga Smirnitskaja schrieb. Ihre Antwortbriefe gelten bis heute als verschollen, doch ihre Romanzen aus der Zeit der Begegnung sind erhalten. Aigner erforschte zudem ihren Lebensweg – viele Fragen bleiben offen, doch ein faszinierendes Bild dieser außergewöhnlichen Frau entsteht.
Im musikalischen Teil des Abends wechseln sich ausgewählte Briefe und Romanzen ab. Ergänzend werden Gedichte von Puschkin, Lermontow und weiteren russischen Dichtern in deutscher Sprache rezitiert. Die Darbietung zeichnet ein eindrucksvolles emotionales Panorama – von Strauss’ tiefer, aber aussichtsloser Liebe im Sommer 1859 während seines Debüts in Pawlowsk bis zu Olgas künstlerischer Eigenständigkeit.
Mitwirkende:
• Konzeption & Klavier: Vasilis Tsiatsianis
• Gesang: Yulia Svarasova
• Rezitation: Elisabeth Seethaler